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  • Amelie Meisinger

Yin Yoga: Zeit zum Loslassen.

In den letzten Jahren ist Yin Yoga die perfekte Ergänzung zu meiner dynamischen Yogapraxis geworden. Worum es bei Yin-Yoga geht und wie dieser Stil praktiziert wird erfährst du in diesem Beitrag.


Was ist Yin Yoga?


Yin Yoga ist ein regenerativer ruhiger Yogastil. Die Asanas werden zwischen drei und fünf Minuten gehalten, wodurch tiefer liegende Körperschichten wie Faszien, Bänder, Sehnen und Gelenke angesprochen werden. Durch dieses Faszientraining lösen wir uns von Verspannungen sowie Verklebungen. Das macht uns beweglicher und reduziert Schmerzen im Alltag.


In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), in welcher Yin-Yoga seinen Ursprung findet, spricht man von Yin und Yang. Yin und Yang sind nicht nur Gegensätze, sondern ergänzen sich gegenseitig und bilden eine unzertrennbare Einheit. Es gibt kein Gut ohne Böse und keine Nacht ohne den Tag.

Auch in unserem Körper wirken diese Kräfte und Yin-Yoga soll helfen diese Aspekte in eine gesunde Balance zu bringen.


Neben dem Prinzip der Polarität von Yin und Yang, gibt es in der Yin-Yogatradition eine weitere wichtige Grundlage: Die Lebensenergie, die in uns fließt. Diese Kraft, die auch Prana oder Qi genannt wird, fließt in Energiebahnen (Meridianen) durch unseren Körper. Auf der energetischen Ebene stimuliert Yin Yoga unser Meridian System.

Etwa ab der zweiten Minute in der wir in einer Position verharren, fängt es oft an zu kribbeln. Das bedeutet, dass die Kanäle geöffnet werden und mehr Energie durch unsere Meridiane fließt. Wir spüren dadurch nicht nur unseren Körper mehr, auch kann die Organfunktion verbessert und das Immunsystem gestärkt werden.


Auf der mentalen Ebene können wir durch das lange Verweilen in den Körperhaltungen ein tieferes Verständnis der eigenen Denk- und Verhaltensmuster erlagen, unsere innere Ruhe fördern und die Konzentration steigern. Dies ermöglicht einen leichteren Zugang zur Meditation und Bewusstseinsarbeit.


Wie wird Yin Yoga praktiziert?


Yin-Yoga wird vor allem im Sitzen oder im Liegen geübt und die Herangehensweise erfolgt stets in drei Schritten:


1. Langsam in die Übung hineinfinden und dabei die eigene körperliche Grenze spüren

Die einzelnen Asanas sprechen verschiedene "Target Areas" (Muskulaturgruppen) an. Die Menschen sind nicht anatomisch gleich aufgebaut, d.h. finde die für dich passende Ausrichtung, um effektiv in die "Dehnung" zu sinken. Achte auf deinen Körper und gehe nur so weit, wie du keinen Schmerz verspürst.


2. Zur Ruhe kommen und mit der Atmung verbinden

Die eigentliche "Aufgabe" im Yin Yoga ist es weniger zu "tun".

Für viele von uns ist dies die größte Herausforderung.


3. Passiv für eine längere Zeit in der Körperhaltung bleiben und Schritt für Schritt loslassen

Es gibt nur zwei Gründe, wieso du dich in einer Yin-Pose bewegst. Wenn es dir dein Körper erlaubt nach einer gewissen Zeit tiefer zu sinken oder du Schmerz verspürst und etwas aus der Dehnung heraus kommst.


Der "Rebound", welcher in der Entspannungsposition nach dem Yin-Asana passiert, ist die Gelegeheit die Nachwirkungen der Übung zu beobachten. Asanas erzeugen Spannungen (Kontraktion/Kompression) im Körper. Wenn wir diesen "Stress" der in der entsprechenden Körperstelle erzeugt wird wieder lösen, kann das Qi wieder fließen. Man sagt auch, das wahre Yin passiert im "Rebound".


Was sind typische Yin Yoga Asanas?


Schmetterling (liegend mit sanfter Rückbeuge)

Auf Kissen oder Blöcken erhöht, weitet der liegende Schmetterling den Burstkorb, dehnt den Schulterbereich und öffnet die Hüfte. Auf energetischer Ebene wird der Lungen- und Herzmeridian, sowie der Lebermeridian stimuliert.

Diese sanfte Herz- und Hüftöffnung wirkt sehr regenerierend auf den ganzen Körper.






Raupe (sitzende Vorwärtsbeuge)

In dieser vorwärts gebeugten Position darf sich der Rücken leicht runden, um die Faszien entlang der Wirbelsäule zu dehnen. Es entsteht eine Länge vom Kopf bis zu den Zehen und eine Stimulation des Blasenmeridians. Die perfekte Übung, um sich im Loslassen zu üben.






Die Libelle (Variation mit seitlich geöffnetem Oberkörper)

Neben der Hüftöffnung dehnt diese Libellen-Variation den seitlichen Oberkörper und wirkt somit auf den Gallenblasen-Meridian, welcher für das Gleichgewicht im Körper und der Phsyche sorgt.



Hast du Lust auf Yin-Yoga bekommen?

Praktiziere gerne gemeinsam mit mir in einer meiner Stunden oder buche eine Privatstunde unter: yoga@ameliemeisinger.de.


Namaste,

eure Amelie


Quellen und Ausbildungen:

- 50 Stunden Yin-Yoga Ausbildung Tanja Seehofer, Teacher Training Buch

- Yin-Yoga und fortgeschrittene Yoga-Anatomie als Teil meines 300 Stunden Trainings bei Adam Stonebraker, Teacher Training Skript

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